Zur Verteidigung der Kinderschänder nebst einleitenden Bemerkungen zu den Weltbildern von Trump, Putin, Musk & Co.
Wer sich davon überrascht zeigt, dass eine Demokratie (USA - noch) und ein autoritäres Regime wie Russland so nahe zu sein scheinen, sei auf die gesellschaftspolitischen Vorstellungen der Regierenden in diesen Ländern verwiesen: Die Leute um Trump und Musk vertreten genau dieselben Ansichten in Bezug auf Frauen, Religion, Migranten, LGBTQ wie der gute Wladimir Wladimirowitsch. Stellt man die diversen Aussagen nebeneinader (wie das etwa Jon Stewart in einer seiner letzten Shows gemacht hat), so können diese unmöglich der einen oder anderen Gruppe zugeordnet werden.

Solche Allianzen gibt es auch zwischen anderen, scheinbar disparaten Gruppen: Als das rechtsextrem Compact-Magazin in Deutschland vorübergehend verboten wurde, kam aus einer Ecke Unterstützung, die man so erstmal nicht erwartet hatte - von den radikalen Islamisten. Wenn man allerdings auch hier die Weltbilder vergleicht (was Liberalismus, Demokratie etc.) anlangt, so gelangt man wie bei Trump und Putin zu kaum unterscheidbaren Positionen.

Es sind diese höchst unheiligen Allianzen, die man - so noch eine Hoffnung für einen liberalen Rechtsstaat bestehen soll - allesamt im Auge behalten soll. Religionsgemeinschaften verteidigen sich gemeinsam gegen säkulare Bemühungen, göttlich verordnete, schwere Körperverletzungen an Kindern (wie bei der Beschneidung, in den USA sterben jährlich 100 (!!) Kinder an dieser qualvollen Prozedur, die von einem Rabbiner mit den Worten, dass bei Verkehrsunfällen mehr Tote zu beklagen seien, verteidigt wurde - siehe hier: https://religion.orf.at/v3/stories/2547622/ ), sie kämpfen Seite an Seite für den Religionsunterricht, die frühkindliche Indoktrination mit obskuren Ideologien, die ein archaisches, sexistisches und homophobes Weltbild propagieren (so mancher Heilige (alle?) stünde heute als Hassprediger auf einer internationalen Fahndungsliste wegen Aufrufes zu Gewalt und Mord: Etwa der von allen Kindergartenkindern besungene Heilige Martin, der mehr antikes Kulturgut zerstören ließ als die Taliban und für zahlreiche Pogrome verantwortlich zeichnete).

So darf sich in Zukunft also jeder Kinderschänder auf die Worte von Rabbi Shlomo Hofmeister berufen: Die Zahl seiner Opfer ist geringer als die bei den religiös sanktionierten Beschneidungen (oder gar Autounfällen), weshalb sich die empörte Masse erstmal um die Verkehrssicherheit vor Schulen und Kindergärten kümmern solle, bevor sie einen Aufstand mache wegen der paar von ihm geschändeten und/oder geöteten Kinderchen. Kinderkram - so was.

Die Argumentation dieses Kretins muss man sich wahrlich auf der Zunge zergehen lassen. Man glaubt, die oberwähnten Trump, Musk und Putin wären empathielos? Gegenüber dem Gottesmann Hofmeister sind sie die altruistischen Inkarnationen eines Franz von Assisi. Man meint, diese Ungeheuerlichkeiten müssten einen Aufschrei der Empörung nach sich gezogen haben? Aber woher denn, im Gegenteil: Alsbald rückt ein habilitierter Rechtsprofessor namens Gerhard Luf aus (der schon als Assistent "mit durchwegs progressiven Veröffentlichungen zum Menschenrechtsverständnis des katholischen Kirchenrechts hervortrat" - nur damit man weiß, was man bei Katholiken unter progressiv zu verstehen hat) und "stuft den Eingriff als geringfügig und risikoarm ein. Das wichtigste sei das Kindeswohl, und zum Kindeswohl zähle auch die religiöse Erziehung." Gäbe es den von Ruf und Hofmeister angenommenen lieben (und rächenden Gott), so hätte diese Beiden längst der Blitz getroffen. Und so können sie von Glück reden, dass ihre menschenverachtende Metaphysik ein bloßes Hirngespinst ist.